results. MärkteAktuell

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00:00:04: Deutsche Bank präsentiert den Podcast Results, merkte aktuell.

00:00:08: Mein Name ist Marietta Dorondorf und ich spreche mit Dr.

00:00:11: Uri Steffan über Themen die die Weltwirtschaft bewegen.

00:00:15: Deutschland im Spallungsfeld europäischer Geldpolitik.

00:00:19: Eurozone Die Zinswände ist da, die Sorgen bleiben.

00:00:23: USA – die Macht der wirtschaftlichen Eigendynamik.

00:00:27: Türkei ein fragiler Sieg der ökonomischen Vernunft.

00:00:31: Hallo, liebe Uli und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge.

00:00:35: Lasst es gerne direkt beginnen!

00:00:37: Während die Märkte noch die Entscheidung der Zentralbanken am letzten Woche verdauen kommt aus dem Nahen Osten eine Nachricht, die alles verändert – die USA und Iran verkünden eine Vereinbarung.

00:00:49: Lass uns gerne mit Deutschland beginnen!

00:00:51: Die mit Spannung erwartet.

00:00:53: die Zinserhöhung der EZB trifft auf eine deutsche Wirtschaft, die gerade erst versucht tritt zu fassen.

00:00:59: Während die Inflationsrate langsam zurückgeht zeigen Konjunkturdaten wie die Industrieproduktion eine anhaltende Schwäche.

00:01:07: Die höheren Finanzierungskosten sind bereits eine reale Belastung für den investitionsintensiven Sektor.

00:01:15: Auf der anderen Seite kommt just in diesem Moment eine Nachricht, die ein kleines Konjunktorprogramm wirkt Eine mögliche Deeskalation im Iran-Konflikt spürbar fallen lässt.

00:01:28: Wir haben also zwei gegenläufige Effekte aktuell, wir sehen in Deutschland eine historisch hohe Notwendigkeit für Investitionen in Infrastruktur, Energie und Digitalisierung während die EZB bewusst das dafür nötige Kapitalvertreuert.

00:01:43: Gleichzeitig sorgt der externe Schock, der Entspannung im Nordosten für eine Entlastung bei den Energiekosten.

00:01:49: Welcher dieser beiden Effekte schätzt du wie kurzfristig schwerer?

00:01:53: Ja jetzt müssen wir mal gucken was wirklich an der Straße von Hormuz passiert.

00:01:57: natürlich hat es da heute zuerst mal positive Signale gegeben auch an den Märkten insgesamt die Die ganze Inflation ist ein Stück weit ausgepreist worden, die Ölpreise fallen, die Inflationserwartungen, die Erwartung an die Notenbanken und Zinsen usw.

00:02:16: Aber es gibt natürlich noch ein paar Konditionen und von daher müssen wir mal gucken ob das Ganze denn dann hält.

00:02:22: man will sich ja in den nächsten Tagen in der Schweiz treffen und weiter Details vereinbaren.

00:02:28: also Stichwort Atomprogramm.

00:02:31: Der Iran hat offensichtlich jetzt auch dreißig Tage Zeit, die Minen aus der Straße von Hormuz zu entfernen.

00:02:39: Also Schiffverkehr ist sicherlich nicht ad hoc und sofort möglich sondern die Straße wird dann eben sukzessive geöffnet werden.

00:02:46: so deswegen werden die hohen Energiepreise uns noch eine zeitlang belasten zumal Europa ja auch stärker von den Gaspreisen abhängig ist.

00:02:55: Alle Welt weiß, dass die Gaslager leer sind und jetzt über den Sommer und in den Herbst hinein wieder aufgefüllt werden müssen.

00:03:02: Deswegen werden die Gaspreise wahrscheinlich wenn es dazu einer Einigung tatsächlich zu einer dauerhaften Einigung kommt auch sinken aber wohl kaum auf das Niveau was wir vorher gesehen haben.

00:03:14: also wir werden uns noch eine Zeit lang mit etwas höheren Preisen beschäftigen müssen und deswegen würden wir es auch nicht ausschließen dass für eine Inflationsrate von vier Prozent über den Sommers sehen können.

00:03:25: Und vor dem Hintergrund hat die Europäische Zentralbank, weil sie wahrscheinlich nicht in den gleichen Fehler in Anführungsstrichen hineinlaufen wollte.

00:03:34: Wie sie es im Jahr ist, bei Corona gemacht hat schon mal vorsorglich die Zinsen erhöht tut es möglicherweise noch einmal aber das wird sehr davon abhängen wie's da jetzt an der Straße von Normus weitergeht und wirkt dann aller voraussichtlich nach zweiten Quartal, zwei Tausendundzwanzig wieder den Rückwärtsgang einlegen.

00:03:57: Also das ist sozusagen präventiv jetzt gemacht damit wir hier keine hohen Infektionszahlen kriegen und auf mittlere Sicht sollten natürlich dann die Energiepreise senken, die Zinsen wieder zurückgenommen werden.

00:04:09: Die Investitionsprogramme wirklich also die staatlichen Infrastruktur etc.

00:04:14: tatsächlich greifen so dass schon glauben, dass die Konjunktur, die ja in diesem Jahr deutlich nach unten korrigiert worden ist im nächsten Jahr sich dann stärker beleben sollte.

00:04:25: Mit Blick auf die Eurozone – die Zinswende ist da!

00:04:27: Du hast es gerade schon gesagt doch – die Sorgen, die bleiben vielleicht erstmal?

00:04:32: Die Europäische Zentralbank hat am elften Juni vergangenen Donnerstag wie vom Markt erwartet gehandelt und die Leitzsinsen erstmals seit dem Jahr zwanzig um fünfundzwanzig Basispunkte angehoben.

00:04:44: Dieser Schritt nach oben markiert eine geldpolitische Wende und ist die konsequente Reaktion auf eine Inflation, die sich als hartnäckiger erweist.

00:04:53: Als er hofft befeuert durch hohe Energiepreise im Zuge dessen aus Konflikts nur wenige Tage später jetzt heute Nacht scheint sich einer der Haupttreiber durch dieser Inflasion der hohe Ölpreis durch die Entwicklung im Iran abzuschwächen.

00:05:09: Die Zinserhöhung war bereits seit einigen Wochen eingepreist.

00:05:13: Aber sie kommt zu einer Zeit, in der die EZB ihre eigenen Wachstumsprognosen für das Jahr- und-Zwanzig auf nur Nullkommar acht Prozent gesenkt hat.

00:05:23: Wie liebewertet diese Spannungsfeld?

00:05:26: setzt sie bewusst an eine kurzfristige Konjunkturdelle im Kauf um ihr langfristiges Inflationsziel zu sichern.

00:05:33: Wie schätzt du die Lage

00:05:34: ein?

00:05:34: Ich glaube, die Konjunktur Delle kommt weniger durch die Zinserhöhung als viel mehr durch die hohen Energiepreise.

00:05:40: und nicht nur diese sondern auch viele pädrochemische Produkte wenn sie denn überhaupt durch die Straße von Hormuz kommen sind natürlich im Preis deutlich gestiegen.

00:05:49: Die Projektion also die Prognosen der Europäischen Zentralbank haben das Wachstum auch nur ein bisschen runtergenommen.

00:05:55: Also wir reden hier tatsächlich über Die Europäische Zentralbank hat aber die Prognosen für die Inflation deutlich nach oben, also wirklich deutlich nach oben gesetzt.

00:06:09: Beispielsweise für dieses Jahr von zwei Komma sechs auf drei Prozent und für nächstes Jahr vor zwei auf zwei Kommas drei Prozent.

00:06:18: Und sie wird wahrscheinlich nach ihren eigenen Erwartungen auch zweitausendundachtundzwanzig das Inflationsziel von zwei Prozent nicht erreichen, zumindest in der Kerninflationsrate.

00:06:29: Und insofern ist es natürlich nur konsequent, dass man jetzt schon mal ein Zeichen setzt.

00:06:33: Den Zins ein wenig erhöht und wie gesagt sollte sich die ganze Lage dann beruhigen, wahrscheinlich auch in den Jahr- und-Zentralbank.

00:06:45: Es sieht natürlich das Wachstum betroffen ist negativ durch diese Effekte in der Straße von Hormuz und möchte nicht, dass die Inflation eben in einer ähnlichen Weise wieder ansteigen könnte wie wir das nach dem Energieschock infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine gesehen haben.

00:07:05: Danke für die Einschätzung, es bleibt also weiterhin sehr spannend.

00:07:09: Dann lass uns gerne einmal in Richtung USA blicken!

00:07:12: Anders als die EZB sieht die Fed keinen Grund zur Eile, die Zinsen zu senken.

00:07:17: Die US-Wirtschaft demonstriert damit eine beeindruckende Eigendynamik und dektierte Regeln für ihre Geldpolitik ein Stück weit auch selbst – weitgehend unbeeindruckt von den konjunkturellen Sorgen in anderen Teilen der Welt, die aktuell

00:07:31: vorherrschen.".

00:07:32: Die Nachricht der Addeeskulation im Nahen Osten trifft ohnehin schon auf eine robuste Wirtschaft.

00:07:38: Für die US-Notenbranchen, die im Kampf gegen die letzte Meile der Inflation steckt ist ein fallender Ölpreis doch ein willkommenes Geschenk!

00:07:46: Ein niedriger ÖlPreis wirkt in den USA wie eine indirekte Steuersenkung für Verbraucher.

00:07:53: Gibt das dem ohnehin starken US-Konsum einen weiteren Schuh?

00:07:57: Was ist deine Einschätzung?

00:07:58: Der

00:07:58: US-Konsum ist insgesamt wenig zweigeteilt, wenn man das so sagen darf.

00:08:03: Also wir haben diejenigen, die recht ordentliche Einkommen haben, sichere Jobs, die auch weiterhin Geld ausgeben und dann gibt es natürlich eine ganze Menge andere Leute, die weniger Geld zur Verfügung haben und sich auch entsprechend zurückhalten müssen.

00:08:18: aber diejenigen dies eben haben konsumieren offensichtlich so viel dass der Konsument insgesamt Also als Aggregat sehr gut über die Runden kommt.

00:08:27: Wir haben auch einen festen Arbeitsmarkt gesehen, wir haben einige Stimmungsindikatoren, die positiv waren in den Vereinigten Staaten allen voran der Universität of Michigan Consumer Index, der wieder gestiegen ist.

00:08:42: aber und das sozusagen dann die Kehrseite, die Inflation ist deutlich nach oben gegangen hat zwar im normalen Verbraucherpreisindex die Erwartungen getroffen, aber ist eben angestiegen.

00:08:55: und vor allen Dingen sind die Produzentenpreise stark angestiegene.

00:08:59: Hier haben wir drei Effekte.

00:09:01: Die Wirken das eine ist der Zoll oder die Zölle, die eben auf die Produzentenpreises zuerst mal niederschlagen.

00:09:08: Das zweite ist dann der Energiepreisschock über die Straße von Hummus Der natürlich auch in den USA die Preise angehoben hat.

00:09:15: man sieht es ja immer an Tankstellen etc.

00:09:18: Auch dort.

00:09:19: Und das Dritte ist natürlich diese immensen Summen für die Infrastruktur künstliche Intelligenz, die ausgegeben werden und die Preise nicht nur für Chips sondern eben auch für Strom

00:09:29: etc.,

00:09:30: in die Höhe treiben.

00:09:31: Und vor dem Hintergrund sieht man dass die sogenannten Surprise Indices also wo makroökonomische Daten verglichen werden wie sind sie erwartet worden?

00:09:42: Wie sind sie reingekommen in den USA sehr positiv ist?

00:09:44: Also man überrascht positiv auf der makroökonomischen Seite.

00:09:48: Aber wie gesagt, die Inflation ist ein Stück gestiegen.

00:09:52: Der Arbeitsmarkt ist sehr robust und deswegen würde ich erwarten dass die amerikanische Notenbank zuerst mal nichts unternehmen wird das sie die Situation beobachtet.

00:10:01: Ich bin völlig bei dir der sollte es jetzt tatsächlich bei einer Einigung in der Straße von Homoos Und einer Wiedereröffnung bleiben, dann sind die Ölpreise sicherlich dazu angetan.

00:10:13: Auch die gesamte Inflations-Erwartung wieder nach unten zu treiben.

00:10:17: und dann hat die amerikanische Notmagn möglicherweise in ein paar Monaten vielleicht zum Jahreswechsel, im Jahr zwanzigzehnt sieben, zwanzigt die Möglichkeit die Zinsen zu senken.

00:10:29: aber im Moment spricht eigentlich wenig dafür.

00:10:31: es gibt kaum Spielraum das zu tun.

00:10:34: nochmal die Inflation ist relativ hoch Die Konjunktur ist robust Also da gibt es im Moment wenig Grund, die Zins anzufassen.

00:10:41: Bleibt also spannend und da werden wir bestimmt die kommenden Folgen noch mal drauf zu sprechen kommen inwiefern die Wirtschaft den positiven Energieshow gut verkraften kann und wie lange dann im Endeffekt die Fettdiezinsen auf dem Niveau hochhält.

00:10:58: Zum Abschluss lassen Sie gerne einen Weg in die Türkei werfen.

00:11:02: Dort hat die Zentralbank am elften Juni ein wichtiges Zeichen der Unabhängigkeit gesetzt, trotz erheblicher innenpolitischer Spannung und Kapitalabflüsse, die die Wiesenreserven belasteten, hielt sie den Leitzins erst mal stabil.

00:11:17: Die Notenbank begründete dies mit ersten Erfolgen ihrer Straffenpolitik – die wirtschaftliche Aktivität kühlt sich ab und die hartnäckige Kerninflation zeigt erste Anzeichen einer Abschwächung.

00:11:29: Dies ist ein bemerkenswerter Versuch, einen Daten getrieben teilweise auch Otto Jackson Geldpolitischen Kurs gegen politische Widerstände zu verteidigen.

00:11:39: Die Entscheidung der Zentralbank hat an den Märkten kurzfristig für Vertrauen gesorgt aber wie nachhaltig ist diese neue gewonnene Glaubwürdigkeit?

00:11:48: Der politische Druck im Land bleibt ja weiterhin hoch.

00:11:53: Leistungsbilanz Defizite sind doch erheblich in der Türkei.

00:12:00: Das hängt damit zusammen, dass man Energie eben in großem Maße importieren muss und dies eben einfach teuer geworden.

00:12:06: Und das hat dann die türkische Lira sehr stark unter Druck gesetzt so stark sogar, dass die türksche Zentralbank Gold verkauft hat um Liquidität zu schaffen, um damit die Währung ein Stück weit zu stabilisieren.

00:12:19: So richtig gelungen ist ja das in den letzten Tagen oder Wochen nicht Und das hat dann natürlich auch die Inflationen getrieben.

00:12:26: Also schlichtweg die Importpreise, die hier mit einer verfallenen Währung für höhere Preisesorgen.

00:12:35: Die Inflasion ist insgesamt immer noch viel zu hoch – mit rund dreißig Prozent und die Notenbank wird sicherlich in den nächsten Monaten auch darauf ein Auge haben, ob sich die türkische Lira stabilisiert.

00:12:49: Das schafft man natürlich auch nicht mit Zinssenkungen und die Inflation kriegt man damit auch nicht in den Griff.

00:12:55: also ist sie im Moment on hold Und wie gesagt wird diese Situation intensiv beeinflussen.

00:13:02: aber auch hier kann Natürlich eine Einigung Im persischen Golf und der Straße von hummus für Entspannung sorgen.

00:13:11: Aber ja, im Moment ist es eben einfach so dass die Notenbank da mit Blick auf Inflation und Ehrung etwas zurückhaltend sein muss was Zinssenkungen angeht.

00:13:21: Das bedeutet, die Deeskalation im Nachbeland Iran verbessert schon das gesamte Risikoprofil der Türkei auch für ausländische Investoren.

00:13:31: Wir sind ja zuletzt Kapitalabflüsse aufgrund der politischen Unsicherheit.

00:13:36: Die neue geopolitische Lage könnte nun also eine Trendwende einleiten und meinst du könntet dies auch zu massiven Kapitalzuflüssen führen, die die türkische Lira dann in Zukunft wieder stabilisieren.

00:13:51: Also nochmal wer Leistungsbilanz Defizite hat also mehr Güter verbraucht und damit importiert als er selbst produziert muss sich zuerst mal das Geld leihen um dieses Wort bezahlen zu können.

00:14:06: Und das ist natürlich dann etwas was auf der Türkei und auf der Lira lastet.

00:14:11: Also die Türkei importiert im Moment Kapital, um beispielsweise davon Öl zu importieren und zu kaufen.

00:14:22: Das ist nochmal keine besonders komfortable Situation aber durch eine Stabilisierung der Ölpreise oder Energiepreise insgesamt ist es durchaus möglich dass sich dieses Verhältnis wieder zugunsten der Türkeis verschiebt Und dass dann mehr Spielraum für die Notenbank vorhanden ist, die Zinsen wieder zu senken.

00:14:43: Wie gesagt eine wichtige Voraussetzung wäre sicherlich das die türkische Lira auch nachhaltig an Stabilität gewinnt.

00:14:52: Es ist ja schon beeindruckend wie sie in den letzten zehn Jahren an Wert verloren hat.

00:14:58: Danke für deine Einschätzung!

00:15:00: Wir sind am Ende unserer Folge angekommen.

00:15:03: Vielen Dank für deine Zeit und bis in zwei Wochen.

00:15:07: Sehr gerne, Marietten.

Über diesen Podcast

Was sind die aktuell bestimmenden Themen an den Märkten? Dazu stellt sich Dr. Ulrich Stephan alle zwei Wochen den Fragen des Spezialisten für Zins- und Währungsmanagement Sebastian Neckel. Welche Notenbanken sind aktiv, welche sind eher zurückhaltend? Politische Ruhe oder Unruhe? Gehen die Zinsen rauf oder runter? Muss ich als Unternehmer handeln? Intensiv, pragmatisch und auf den Punkt. Wer tagesaktuell in die Märkte sehen möchte, dem sei der tägliche Newsletter „Märkte am Morgen“ empfohlen.

von und mit Deutsche Bank

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