results. MärkteAktuell

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00:00:04: Deutsche Bank präsentiert den Podcast Results, merkte aktuell.

00:00:08: Mein Name ist Marietta Dorendorf und ich spreche mit Dr.

00:00:11: Ulrich Stefan über Themen die die Weltwirtschaft bewegen.

00:00:14: Deutschland Konjunktur am Scheiderweg UK politisches Beben und die wirtschaftlichen Folgen.

00:00:20: USA Wirtschaftliche Stärke auf dem Prüfstand China Neue Dynamik und ihre globalen Folgen.

00:00:27: Guten Morgen Oli und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge.

00:00:32: Lass uns wie gewohnt gerne mit Deutschland starten!

00:00:36: Die deutsche Wirtschaft befindet sich aktuell in einer sehr heiklen Phase, nach einem überraschenden starken Jahresauftakt wird die Stimmung für das laufende zweite Quartal zunehmend pessimistischer.

00:00:48: Ein maßgeblicher Grund ist der anhaltende Energiepreis schockt wenn wir auf den Nahostkonflikt blicken.

00:00:55: Da sehen wir aktuelle enorme Instabilität, der auch insgesamt auf die Kauchkraft drückt und die Kosten für Unternehmen in die Höhe treibt.

00:01:04: Frühindikatoren wie der EFO-Index und der Composite PMI haben sich im April bereits merklich abgeschwächt und signalisieren Gegenwinden für die Konjunktur.

00:01:15: Viele Hoffnung für eine wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte sind an einer Entspannung im Nahen Oste geknüpft.

00:01:22: Gleichzeitig gibt es aber auch positiv inländische Impulse, etwa durch staatliche Investitionen und eine leichte Erholung im Bausektor.

00:01:30: Wie stark sind die Binnenfaktoren wirklich?

00:01:32: Wie schätzt du das ein?

00:01:34: Können sie ausreichen um die deutsche Wirtschaft dann zu stabilisieren wenn die geopolitischen Risiken und damit auch die hohen Energiepreise über den Sommer hinaus anhalten?

00:01:44: Ja, Marietta wir gehen weiterhin von Wachstum in Deutschland aus.

00:01:48: Wenn auch von deutlich geringerem als zu Jahresbeginn.

00:01:51: da hatten wir noch Erwartungen wie auch viele andere die deutlich über einem Prozent lagen.

00:01:57: mittlerweile sind wir doch eine ganze Stück ganz Stück darunter gerutscht und das ist natürlich nicht viel wenn man bedenkt dass wir dass einige Feiertage auf Wochenenden fallen und auch, dass wir die großen Fiskalprogramme ja haben.

00:02:13: Die in diesem Jahr erst wirksam werden sollten.

00:02:15: jetzt müssen wir mal gucken wie viel wirklich zusätzlich da gab es ja auch eine Diskussion investiert wird und wieviel aus dem Kernhaushalt umsortiert wird ins Sondervermögen.

00:02:27: also da sieht man schon die ein oder andere Trickserei, aber man sieht dass da schon ein bisschen umsortiert worden ist in verschiedenen Bereichen.

00:02:39: Also das Wachstum ist schwierig.

00:02:42: ja die Energiepreise drücken jetzt nochmal, aber noch viel wichtiger wäre, dass wir jetzt endlich in Reformen kommen und die Unternehmen und die Wirtschaft eben entlasten nicht nur was die Energie Preise angeht sondern eben auch was Bürokratie angeht, Genehmigungen Steuern, Abgaben und so weiter und sofort.

00:03:04: Also wir brauchen in Deutschland wirklich wieder einen größeren Fokus auf der Angebotsseite, auf die Erstellung des Bruttoinlandsproduktes und nicht nur auf der Verteilung um es mal so zu nennen.

00:03:20: Danke für die Einschätzung.

00:03:21: Dann lassen Sie es gerne einmal in das Vereinigte Königreich blicken.

00:03:26: Im Vereinigten König Reich scheint sich gerade eine Mischung aus politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit zusammenzubauen, nach deutlichen Verlusten für die regierende Labour-Party bei den Lokalwahlen ist der Führungsanspruch von Premierminister Stahmer offen infrage gestellt worden was die politische Handlungsfähigkeit des Landes etwas lebt.

00:03:48: Parallel dazu bleibt aber auch die Inflation hartnäckig hoch und stellt die Bank of England vor einer Zereisprobe.

00:03:55: Ein erwarteter Rückgang der Inflationsrate im April scheint vor allem auf statistischen Basiseffekten zu beruhen, während die Preise monatlich jedoch immer weiter ansteigen.

00:04:07: Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage ein weiteres großes Inflationsrisiko.

00:04:13: Was meinst du, was heißt es für die Geldpolitik der Bank of England und worauf sollten sich Unternehmen einstellen wenn die Inflation weiterhin hochbleibt?

00:04:21: Die Konjunktur jedoch vielleicht schwesselt?

00:04:24: Ja ich glaube die größte Herausforderung ist tatsächlich im Moment die Politik.

00:04:28: Du hattest ja gesagt richtigerweise dass Kirsten da mal hier sehr unter Druck steht nicht nur in seiner eigenen Partei, sondern auch darüber hinaus.

00:04:38: Er hatte die Regionalwahlen durchaus krachend verloren und hier fand ich einige Kommentare ganz spannend, die darauf hinwiesen dass sowohl in Wales wie in Schottland als auch in Nordirland mittlerweile eher separatistische nationalistische Parteien die Regierung führen beziehungsweise die Mehrheiten haben Und mindestens mal Nordirland und Schottland gegen den Brexit gestimmt haben.

00:05:10: Das könnte eben dazu führen, sollte es Neuwahlen geben und Nigel Farage die Mehrheit mit seinem Reform UK erzielen das hier nochmal Referenden angedacht sind.

00:05:24: also wir müssen uns wahrscheinlich auf politisch eine etwas unruhige Zeit in Großbritannien Einstellen und dazu kommen die ökonomischen Folgen, die du hier angesprochen hast.

00:05:35: In diesen Minuten werden die neuen Inflationszahlen in Großbritannien bekannt gegeben.

00:05:40: Deswegen können wir im Moment noch nur auf die Märzzahlen referenzieren.

00:05:44: Die waren bei drei Komma drei sollten aber deutlich ansteigen Richtung vier oder sogar darüber.

00:05:51: das bedeutet dass die Bank of England wahrscheinlich zuerst mal unholt bleibt, möglicherweise dann weiter die Zinsen sogar anheben muss.

00:06:01: Wohin gegen man ja zunächst gedacht hat dass Großbritannien senken könnte weil natürlich auch die Wirtschaft nicht so gut läuft, die Arbeitslosigkeit steigt.

00:06:11: für das britische Pfund sollte das relativ normal neutral sein, schon irgendwie normal in Neutral sein da die Erwartungen ja auch sind, dass die europäische Zentralbank die Zimsen anhebt und insofern geht man da im Gleichschritt.

00:06:27: Aber ja, es ist keine einfache Situation für die Bank of England, die eben die höhere Inflation, die schwächere Wachstumsaussichten und gleichzeitig sicherlich auch einen Blick auf die Unruhe in der Politik hat.

00:06:43: Und hier wird nochmal ganz wichtig sein wie denn das zukünftige Budget aussieht?

00:06:48: Wir können uns ja noch erinnern dass es da durchaus mal Turbulenzen gab Und deswegen haben auch schon einige Kandidaten der Labour, die hier gegen Kerstarma antreten wollen gesagt dass sie nicht große fiskalische Programme auflegen wollen.

00:07:08: Das bietet sich ja an wenn die Wirtschaft so schwach wächst.

00:07:11: aber wie gesagt das könnte dann zu Turbulenzen an den Märkten führen und das will man offensichtlich.

00:07:18: oder hat man erkannt und will man offen sich vermeiden?

00:07:20: Danke für die Einschätzung und wir sehen damit, dass der innerparteilische Machtkampf bereits jetzt schon Realität ist.

00:07:27: Die politische Unsicherheit enorm gewachsen ist.

00:07:30: Geblicken da die nächsten Folgen auch wieder drauf wie es damit weitergeht.

00:07:36: Und dann würde ich gerne einmal mit dir zum Thema der USA kommen.

00:07:41: Der andauende Konflikt im Nordosten hat weitreichende Folgen, die wir bereits heute schon sehen und die globalen Märkte prägen.

00:07:49: Die US-Wirtschaft zeigt sich zuletzt zwar noch in einem Sweetspot widerstandsfähig, doch die Stabilität wird nun durch externe Shocks auf die Probe gestellt.

00:07:59: Dies ist von globaler Bedeutung da die USA nach wie vor einer der wichtigsten, wenn nicht sogar vielleicht der wichtigste Taggeber der Weltwirtschaft ist.

00:08:09: Es gibt die Sorge, dass geopolitische Unsicherheiten zu einer globalen Kapitalflucht aus US-Anlagen führen können.

00:08:17: Da Investoren die sicherheitspolitischen Rolle der USA neu bewerten.

00:08:21: Wie konkret schätzt du dies Risiko im aktuellen Auskonflikt ein?

00:08:26: Handelt es sich um eine schleichende langfristige Entwicklung oder könnte eine plötzliche Eskalation auch einen hauptkupften Kapitalabzug auslösen?

00:08:34: Nein, das glaube ich nicht.

00:08:37: Die US-Dollar und die Vereinigten Staaten sind nach wie vor die größte Volkswirtschaft der größten Kapitalmarkt.

00:08:43: US Treasuries sind ja der Hintergrund für ganz viele Finanzgeschäfte.

00:08:51: Und insofern gehe ich davon aus dass es ein schleichender Verfall weiterhin ist.

00:08:58: man sieht doch einige Länder ihre Währungsreserven Dollar jetzt gar nicht mal aktiv abbauen, sondern wenn diese Anleihen auslaufen dann eher breiter diversifizieren.

00:09:13: hier ist vor allen Dingen auch Gold.

00:09:16: Offensichtlich erste Wahl ist mittlerweile die zweitgrößte Währungsreserve.

00:09:20: also die Dollar-Risierung wird wahrscheinlich fortschreiten.

00:09:27: ein Big Bang glaube ich nicht.

00:09:29: und man sieht das eben in Asien, wie gesagt auf der Währungsreserve Seite der US-Dollar abnimmt.

00:09:36: Dadurch dass die Anreinerstraaten am persischen Golf weniger Öl verkaufen werden sie voraussichtlich auch weniger Petrodollars kaufen.

00:09:47: und dazu kommt natürlich jetzt die anziehende Inflationen in den Vereinigten Staaten, die Sorge macht.

00:09:53: wir haben sowohl auf den Produzentenpreisen, die Importpreise.

00:09:57: Also das sind schon Wahnsignale auch für die amerikanische Notenbank hier zumindest mal im Moment on-hole zu bleiben.

00:10:06: und wir haben natürlich diesen sehr hohen Schuldenstand weiterhin in den USA der ja laut Congressional Budget Office deutlich weiter zunehmen wird in den nächsten Jahren.

00:10:19: Und wie gesagt vor dem Hintergrund gehe ich davon aus, dass die D-Dollarisierung zunehmen wird.

00:10:26: Aber einen Big Bang glaube ich hier nicht!

00:10:29: Oftmals wird ja der Iran-Konflikt als reiner Angebotsschock für den Energiemarkt diskutiert.

00:10:35: Es gibt jetzt aber zuletzt auch häufiger die These, dass der Konflikt die Stimmung in der chinesischen Industrie verbessern könnte.

00:10:43: Du hattest China gerade schon einmal kurz angerissen.

00:10:46: Möglicherweise könnt ihr das natürlich auf die Verlagerung von Produktionsaufträgen abzielen.

00:10:52: Welche Anzeichen siehst du dafür?

00:10:55: Und wie könnte eine solche Verschiebung Handelströmung zugunsten China auf die Wettbewerbsfähigkeit der US-Industrie Auswirkungen haben.

00:11:04: Ja, wir haben ja gerade das Treffen gehabt zwischen den beiden Präsidenten, Xi Jinping auf der chinesischen Seite, Donald Trump auf der amerikanischen Seite.

00:11:13: Es sind ein paar Handelsabkommen dabei rausgekommen aber nichts Substanzielles.

00:11:18: Man muss sich weiter über den Handel verständigen.

00:11:21: Das Abkommen läuft ja im November aus Aber es war insgesamt Ja, ich würde sagen ein neutrales Treffen der beiden Präsidenten.

00:11:32: Man redet zumindest miteinander und die Chinesen haben sicherlich relativ geschickt auf die amerikanischen Zölle reagiert indem sie mit vielen Entwicklungs- und Schwellenländern Die zölte auf null gesetzt haben und haben gesagt naja guck mal hier wenn der eine euch bestraft.

00:11:49: wir wollen gerne handeln mit euch treiben.

00:11:51: Ich glaube das ist eine ganz wichtige Botschaft Die China hier setzt.

00:11:56: China ist natürlich auch von der Sperrung, der Straße von Hormuz betroffen.

00:12:00: darauf hat.

00:12:01: Der chinesische Präsident auch hingewiesen ist und er drängt sehr auf eine Öffnung.

00:12:06: Wir wissen ja dass der Großteil dieser Lieferungen nicht nur in Energie sondern auch in pädrochemischen Vorprodukten auch in Dünger vor Produkten durch die Straße vom Hormus Richtung Asien gelenkt wird.

00:12:21: also insofern ist man da schon negativ getroffen.

00:12:24: aber ja China isst die Werkbank der Welt ist, was Technologie angeht sicherlich nicht weit hinter den Vereinigten Staaten von Amerika.

00:12:34: Und China ist in vielen Zukunftsbranchen und Produkten wenn wir über erneuerbare Energien, Stromspeicher, Batterien, Elektroautos sprechen Weltmarktführer Und insofern wird der globale Wettbewerb mit China eher zunehmen, als dass er abnehmen wird.

00:12:58: Danke für die Einschätzung und dann sind wir damit auch mit einer perfekten Überleitung beim nächsten Thema China wo bemerkenswerte Wirtschaftsdaten weitreichende Implikationen für die globale Konjunktur haben.

00:13:11: Importe wachsen mit twenty-three Prozent im Jahresvergleich außergewöhnlich stark vor allem angetrieben von einer massiven Nachfrage nach KI-bezogenen Produkten und auch traditionellen Industrievorleistungen.

00:13:26: Dieses Signal aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wird weltweit genau beobachtet, ein bemerkenswertes Detail ist der massive Anstieg der Goldimportie nach China die im ersten Quartal um zweihundertsechzig Prozent zugelegt haben und nun Eintritte des gesamten Importwachstums ausmachen.

00:13:46: Dieser neue Trend wird eher mit Konsum und Sparern erklärt als mit Produktion.

00:13:51: Was verrät uns dieser Goldrausch über das Vertrauen chinesischer Akteure in die eigene Währung und heimischen Finanzmärkte?

00:14:00: Ja, ich würde das jetzt noch nicht als hartes Misstrauen gegenüber dem amerikanischen Dollar oder ähnlichen Dingen interpretieren – es gibt einfach eine Tradition!

00:14:11: in China Richtung Gold.

00:14:13: Aber ja, es ist schon bemerkenswert das auch die Peoples Bank of China wie wir das vorhin schon diskutiert haben seit achtzehn Monaten Goldkäufer ist und darüber hinaus eben die chinesische Bevölkerung.

00:14:26: Das ist dieser Trend zur Dolarisierung den wir hier ein Stück weit sehen.

00:14:32: Wie gesagt für China selbst hat gold durchaus eine Tradition.

00:14:39: Deswegen Darf man das noch nicht zu hochhängen.

00:14:43: Aber ja, man sucht Alternativen.

00:14:48: China versucht den Konsum wieder anzuschieben was wegen der Immobilienproblematik noch nicht so richtig gelingt und deswegen ist man ja auch nach wie vor stark auf der Exportseite unterwegs und versucht da die von mir vorhin schon genannten Sektoren insbesondere in den Fokus zu schieben.

00:15:10: Aber China ist zunehmend selbstbewusst, man hat das jetzt auch beim Treffen der Präsidenten gesehen.

00:15:15: Und China ist sicherlich auch im Wettbewerb mit den Vereinigten Staaten stichwort seltene Erden beispielsweise in keiner schlechten Verhandlungsposition und da wird man sicher sehr selbstbewusst diese Position auch ausnutzen.

00:15:30: Danke für die Einschätzung und damit sind wir schon wieder am Ende unserer neuen Folge angekommen.

00:15:36: Danke dir für deine Zeit, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten

00:15:40: Mal!

00:15:41: Sehr gerne.

Über diesen Podcast

Was sind die aktuell bestimmenden Themen an den Märkten? Dazu stellt sich Dr. Ulrich Stephan alle zwei Wochen den Fragen des Spezialisten für Zins- und Währungsmanagement Sebastian Neckel. Welche Notenbanken sind aktiv, welche sind eher zurückhaltend? Politische Ruhe oder Unruhe? Gehen die Zinsen rauf oder runter? Muss ich als Unternehmer handeln? Intensiv, pragmatisch und auf den Punkt. Wer tagesaktuell in die Märkte sehen möchte, dem sei der tägliche Newsletter „Märkte am Morgen“ empfohlen.

von und mit Deutsche Bank

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