results. MärkteAktuell Podcast

results. MärkteAktuell Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Deutsche Bank präsentiert den Podcast "Results" Märkte aktuell.

00:00:08: Mein Name ist Karina Scheuble und ich spreche mit Dr. Ulrich Stefan über Themen, die die

00:00:12: Weltwirtschaft bewegen.

00:00:13: Deutschland, wie steht es um den Haushaltsentwurf 2024?

00:00:18: Eurozone, massive Rendite-Rückgänge, weil der Markt viele Zinsenkungen erwartet, aber

00:00:24: sieht das die EZB genauso?

00:00:26: USA, ein ähnliches Bild, die langfristigen Zinsen sind schon stark gefallen.

00:00:32: Japan, der japanische Jeng hatte Auftrieb auf grundsinkenderen Dittedeferenz.

00:00:37: Und schließlich noch Südamerika, der Dialog zum Freihandelsabkommen zwischen EU und den

00:00:45: Merkursurstaaten soll wieder aufgenommen werden und Argentinien wertet die Währung

00:00:49: über 50 Prozent ab.

00:00:51: Hallo Ulrich, herzlich willkommen zum letzten Podcast in diesem Jahr.

00:00:56: Schön, dass du da bist.

00:00:58: Ja, hallo.

00:00:59: Und lass uns wie üblich mit Deutschland starten.

00:01:01: Da hatte ich letzte Woche gelesen, dass die Schuldenbremse erneut ausgesetzt wurde vom

00:01:06: Bundestag und habe erst gar nicht direkt begriffen, dass es dabei um dieses Jahr geht, also im

00:01:12: Prinzip rückwirkend für 2023 und dass auch der beschlossene Nachtragshaushalt 2023 betraf.

00:01:18: Und weiß gar nicht, inwiefern jetzt der Haushaltsentwurf für 2024, der ja eigentlich zur Diskussionsstand

00:01:26: bereits final entschieden.

00:01:28: Das kannst du uns da bitte auf den Aktuellen Stand bringen.

00:01:31: Und hat das dann jetzt für die deutsche Wirtschaft irgendwelche positiven Effekte?

00:01:37: Was glaubst du?

00:01:38: Ja, sehr gerne.

00:01:40: Wir haben auf der einen Seite eben den Haushalt 2023, wie du richtig sagst, da waren schon

00:01:45: Ausgaben getätigt worden.

00:01:46: Die mussten jetzt mit einem Nachhalthaushalt bereinigt werden, weil man nicht mehr in

00:01:52: die Töpfe reingreifen durfte, die man zunächst vorgesehen hat.

00:01:56: Das Bundesverfassungsgericht hat einen Riegel vorgeschoben, insofern 23 Notlage, Schuldenbremse

00:02:03: ausgesetzt, Nachtragshaushalt für 2024.

00:02:08: Hat man verschiedene kleine Maßnahmen innerhalb der Koalition, der Regierung verabredet.

00:02:15: Das Ganze muss aber noch durch den parlamentarischen Prozess.

00:02:18: Wir reden insgesamt über eine Lücke von 17 Milliarden Euro, was in etwa 3,5 Prozent

00:02:25: des Bundeshaushaltes ausmacht, der bei 480 Milliarden liegt.

00:02:31: Es ist dann weniger als die Hälfte, wenn man sich die gesamten Steuereinnahmen des

00:02:36: Staates anguckt von fast einer Billion Euro.

00:02:39: Also insofern war sicherlich hier auch die Meldungen oder waren die Meldungen über Haushaltskrise

00:02:47: oder ähnlichem etwas überzogen.

00:02:49: Was hat die Regierung beschlossen?

00:02:51: Die Regierung hat beschlossen beispielsweise die CO2-Bepreisung stärker anzuheben in 2024

00:02:59: als ursprünglich gedacht war und somit Einnahmen zu generieren.

00:03:03: Man will verschiedene Subventionen im Bereich des Hausbaus, im Bereich der E-Mobilität,

00:03:12: aber auch beim Stromkürzen beziehungsweise ganz abschaffen.

00:03:18: Man ist im Grunde genommen nicht an die großen Punkte herangegangen wie Bürgergeld, also

00:03:25: auf der sozialen Seite oder ähnliches und man hat verabredet und das vielleicht das

00:03:30: spannende und vielleicht hofft für manche das verwirrende Karina.

00:03:34: Man hat gesagt, dass man die Schuldenbremse für 2024 zunächst nicht aussetzen möchte,

00:03:40: aber sich das Hühnertürchen offen gelassen sollte, eine außergewöhnliche Situation auftreten

00:03:46: und man hat auch schon benannt, was das sein könnte, nämlich zum Beispiel mehr Geld

00:03:51: für die Ukraine, wenn beispielsweise die Amerikaner ausfallen.

00:03:55: In der Zahlung der Ukraine würde man hier einspringen und würde dann das als wie gesagt

00:04:03: Notlage bezeichnen und damit die Schuldenbremse auch in 2024 aussetzen.

00:04:09: Also nochmal, für 23 haben wir jetzt einen Haushalt, der die Schuldenbremse aussetzt,

00:04:16: mit einem Nachkragshaushalt arbeitet und der ist auch soweit beschlossen.

00:04:21: Für 24 müssen wir noch durch den parlamentarischen Prozess mit vielen Kleinigkeiten, ob die

00:04:26: Schuldenbremse dann nochmal ausgesetzt werden wird, hängt eben noch von Eventualitäten

00:04:32: ab, insbesondere der Ukraine und ist noch nicht endgültig klar und gesichert.

00:04:37: Jetzt kommen wir zu zwei ganz spannenden Themen, finde ich, in den letzten Wochen

00:04:42: und das ist sowohl die Eurozone wie auch die USA mit deren Sinsen.

00:04:47: Also wir haben in beiden Regionen, hatten wir zuletzt massive Renditerrückgänge, also

00:04:52: wenn man dazu den zehnjährigen Zinssatz anschaut, dann ist der circa ein Prozentiefer als noch

00:04:57: vor zwei Monaten und heiter Grund ist primär die Frage, wie schnelles, potenzielle Zins

00:05:02: Senkungen geben wird.

00:05:04: Und diese Frage wurde vor allem durch niedrigere Inflationszahlen geschürt und daher hat

00:05:09: man dann letzte Woche bei der EZB-Sitzung durchaus mit Spannung auf die Pressekonferenz

00:05:14: gewartet und wie von vielen Ökonomen erwartet, sieht die EZB die Entwicklung nicht so euphorisch

00:05:20: wie der Markt.

00:05:21: Wie blickst du auf die Markterwartung, um die ist zurzeit kann man das ablesen, dass

00:05:27: es nächstes Jahr etwa 1,5 Prozent runtergehen soll.

00:05:31: Wie siehst du das?

00:05:33: Ja, es ist tatsächlich so, dass die Inflationszahlen sowohl in Europa wie auch in Amerika am unteren

00:05:40: Rande überrascht haben, also sind niedriger ausgefallen als man das zunächst erwartet

00:05:45: hatte.

00:05:46: Auch die Stimmungsindikatoren sind nicht richtig gut, also die Wirtschaft scheint doch sich

00:05:52: zu verlangsamen aufgrund der Zins-Anhebungen, die ja wie wir alle wissen mit einem Zeitverzug

00:05:59: erst wirken.

00:06:00: Insofern spekuliert der Markt nach dem Kinotenbanken insgesamt etwas Verhalten war jetzt doch

00:06:06: auf sehr kräftige Zinssenkungen in 2024.

00:06:10: Du hast völlig recht für beide Blöcke um etwa 6 Zinssenkungen, a 25 Basispunkte, also

00:06:19: damit 1,5 Prozent Punkte.

00:06:22: Man muss allerdings sagen, dass die Fett insgesamt zumindest schon mal gesagt hat, dass sie über

00:06:28: diese Zinssenkungen nachdenkt und hat über ihre Dot-Plots-Di in den Raum gestellt.

00:06:34: Die EZB hat gesagt, dass sie überhaupt noch gar nicht darüber diskutiert hat, die Zinsen

00:06:39: zu senken, also hier ist es rein im Markt.

00:06:42: Fantasie und insofern bemühen sich im Moment auch verschiedenste Notenbänker dies und jenseits

00:06:49: des Atlantiks, diese Erwartungen des Marktes ein Stück weit wieder einzufangen und zu

00:06:55: sagen, also der Markt übertreibt hier und es ist eben noch nicht beschlossen, dass

00:07:01: es wirklich zu Zinssenkungen kommt und es recht nicht in diesem gigantischen Ausmaß,

00:07:06: wie das der Markt im Moment annimmt.

00:07:09: Aber es ist tatsächlich so, dass der Markt momentan schon im März erste Zinssenkungen

00:07:16: einpreist bis Juni dann drei Stück und im zweiten halb Jahr dann nochmal drei.

00:07:22: Also das wäre schon eine ganz gewaltige Entwicklung und aus meiner Sicht muss man sich ein bisschen

00:07:28: überlegen, was man sich wünscht sozusagen, denn sechs Zinssenkungen in einem Jahr werden

00:07:34: sicherlich nur dann kommen, wenn die Wirtschaft auch richtig in die Rezession gerät, dass

00:07:40: es im Moment nicht zu sehen und ich glaube auch nicht, dass wir uns das wünschen sollten.

00:07:44: Also insofern bleibe ich im Moment noch bei unserer Prognose von drei Zinsschritten nach

00:07:51: unten, die auch aus meiner Sicht mit den Äußerungen der Notenbänker mehr konform geht als die

00:07:57: Markterwartungen oder andersrum formuliert die Markt oder in den Markterwartungen steckt

00:08:03: ein Gutstück an Enttäuschungspotenzial, wenn es dann eben doch nicht so kommt und die

00:08:07: Notenbänker später und nicht so stark die Zinsen senken werden, wie das im Moment gepreist

00:08:13: wird.

00:08:14: Ja und eben die USA, die waren da in der Formulierung ein bisschen anders, die haben tatsächlich

00:08:19: gesagt, dass sie darüber gesprochen haben, das war schon eine andere Formulierung als

00:08:24: es die EZB von sich gegeben hatte und jetzt ist natürlich so die Frage auch, ist dieser

00:08:32: gleich?

00:08:33: Also viele erwarten eben, dass es ungefähr einen Gleichlauf gibt, was die beiden Zentralbanken

00:08:37: machen.

00:08:38: Wenn das nicht so wäre, also glaubst oder wo glaubst du, könnten am ersten unterschiedliche

00:08:46: Zinsschritte passieren oder denkst du, wenn dann schon immer gleich?

00:08:51: Also wir gehen ja von den drei Zinsschritten aus anstatt von sechs und sehen die auch bei

00:08:56: beiden Notenbanken allerdings auf einem späteren Zeitpunkt und auf einem anderen Niveau dann

00:09:03: und insofern würden wir hier auch einen Gleichlauf ähnlich wie die Märkte erwarten, aber nicht

00:09:09: so aggressiv und damit sollte auch beispielsweise Euro-Dollar nicht sehr stark schwanken, wenn

00:09:15: es denn dann tatsächlich so kommt.

00:09:17: Ich bin aber bei dir und hatte das ja auch vorhin gesagt, dass Frau Lagarde in der Pressekonferenz

00:09:21: mehrfach betont hat, dass gar nicht über Zinssenkungen diskutiert worden ist, wohin

00:09:26: gegen Jerome Powell auf seiner Pressekonferenz sehr deutlich und klar gesagt hat, dass man

00:09:32: das Thema besprochen hat und die FED zeigt eben auch in ihren Dotplots, dass ja die

00:09:42: wieder das FOMC Zinssenkungen erwarten, und zwar drei Stück in 2024 und dann erst die

00:09:49: nächsten drei in 2025. Also insofern auch hier ein Bild, was weniger aggressiv ist als

00:09:56: das des Marktes. Aber unter dem Strich erwarten wir einen Parallellauf beider Notenbank.

00:10:03: Ja, dann habe ich noch ein weiteres Land mit dem Gepäck, nämlich Japan. Und da hatten

00:10:11: wir jetzt aufgrund dieser vorhin erwähnten Zinsentwicklungen eine sinkende Rendite-Differenz.

00:10:16: Also unter der hohen Differenz der Zinsen hatte der Jens zunehmend gelitten, also stark

00:10:21: gelitten und dass jetzt die Rendite-Differenz sich verringert hatte. Das hat dem Jens ziemlich

00:10:27: Auftrieb gegeben in den letzten Wochen. Das heißt, er ist von fast 165 auf noch etwa

00:10:34: grob 10 TV-155 gefallen. Und die letzten Aussagen von Ueda, dem Notenbankchef, wurden

00:10:41: zu dem Marktzeitig so interpretiert, dass die ultralockere Geldpolitik bald beendet werden

00:10:46: könnte. Also letztes Jahr hatte die japanische Zentralbahn kurz vor Weihnachten schon mal

00:10:50: die Märkte überrascht und hat auch dieses Jahr wieder eine Zinssitzung noch vor Weihnachten.

00:10:57: Glaubst du, sie wird wieder überraschen? Ich bin nicht sicher. Ich könnte mir vorstellen,

00:11:04: dass die Bank of Japan im Wörding ein wenig anders reagiert, dass sie also beispielsweise

00:11:10: auf den Zusammenhang von Löhnen und Inflationen hinweist. Ich glaube aber nicht, dass sie in

00:11:15: diesem Jahr noch einen Zinsschritt unternehmen wird. Der Markt spekuliert auf den ersten

00:11:20: Zinsschritt im ersten Quartal des nächsten Jahres und hier reden wir eben nicht wie in Europa

00:11:26: und den Vereinigten Staaten über eine Zinssenkung, sondern hier reden wir über eine Zinserhöhung.

00:11:30: Denn die Bank of Japan liegt ja mit ihrem Leitzins immer noch bei minus 0,1% und es

00:11:37: gibt eben doch einige Stimmen, die sagen, das passt jetzt nicht mehr so richtig und

00:11:42: die Bank of Japan ist zu oft zu Interventionen sowohl am Zins wie auch am Währungsmarkt gezwungen,

00:11:48: um dieses Niveau zu verteidigen und man hat ja auch schon in der Zinskurvensteuerung

00:11:54: einiges aufgeweicht. Deshalb in Normal gehen doch einige davon aus, dass es im ersten

00:12:00: Quartal eine erste, leichte, vorsichtige Zinserhöhung geben könnte von minus 0,1 auf 0 und dann

00:12:09: im Laufe des Jahres möglicherweise eine zweite auf plus 0,1%. Da kann man sich dann sicherlich

00:12:16: trefflich darüber streiten, ob das als Zinserhöhung bezeichnet werden kann. Formal ist es sicherlich

00:12:23: eine. Es wird auch beäugt, vor allen Dingen am Währungsmarkt und man sieht ja eben schon

00:12:28: jetzt, dass der Jens doch darauf reagiert. Wir haben ihn bei $1,43, also 143 im Moment,

00:12:38: hat schon zur Stärke geneigt und könnte eben noch etwas stärker werden, wenn die Bank

00:12:43: of Japan tatsächlich das Wörding ändert beziehungsweise dann eben auch diese Zinsschritte

00:12:50: unternimmt, wie sie der Markt im Moment preist. Ja, da bin ich echt gespannt. Ich komme

00:12:56: zu meinem letzten Gebiet und zwar Südamerika würde ich die gerne ein bisschen genauer

00:13:02: in den Blick nehmen. Das Wirtschaftsbündnis Mercosur hat nämlich seit diesem Monat ein

00:13:06: neues Mitglied. Bolivien gesellt sich zu Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay

00:13:12: dazu und dann haben sie auch noch ein Freihandelsabkommen mit Singapur unterzeichnet und wollen

00:13:17: den Dialog mit der EU wieder aufnehmen. Also, glaubst du, dass nach diesem Gipfel, dass

00:13:25: wir nun Fortschritte sehen werden? Also, warte noch kurz, bevor du antwortest, ich hätte

00:13:29: noch ein paar interessante Zahlen, nämlich die dann eben für die Zukunft spannend werden.

00:13:35: Der Außenhandel von der EU mit diesen Mercosur-Staaten hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert,

00:13:41: also quasi identisch hoch wie vor zehn Jahren. Und gleichzeitig hat sich aber der Handel

00:13:49: mit China, also von den Südamerikanern mit China im Vergleich fast verdoppelt und liegt

00:13:55: nun deutlich über dem Betrag, der mit der EU gehandelt wird. Und daher wäre es natürlich

00:14:02: vermutlich sehr wünschenswert, wenn es zu einer Einigung kommen könnte. Wie blickst

00:14:07: du denn da drauf und vielleicht kannst du auch gerade noch ein paar Worte zu Argentinien,

00:14:12: speziell Argentinien ergänzen? Dann da gab es auch spannende Infos.

00:14:16: Ja, sehr gerne. Also, dieses Mercosur-Abkommen wird ja schon seit, ich hätte fast gesagt,

00:14:23: ewig verhandelt im Grundsatz, das ist mal seit 20 Jahren dabei, hat ein Grundsatzabkommen 2019

00:14:31: schon geschlossen. Im Wahlkampf hat der argentinische Ministerpräsident der neue Javier Millei darauf

00:14:40: hingewiesen, dass er dieses Abkommen nicht will. Mal gucken, wie es denn jetzt weitergeht.

00:14:46: Er hat ja eine Regierung gebildet, in der einige Kabinettsmitglieder auch aus der alten Regierung

00:14:52: Makri kommen, also durchaus als etwas gemäßigter gelten können als Millei, das sozusagen im

00:15:00: Wahlkampf geäußert hat. Auf der anderen Seite muss man aber auch Frankreich erwähnen. Frankreich

00:15:07: hat in Person von Emmanuel Macron auf der COP28 in Dubai darauf hingewiesen, dass man das Mercosur

00:15:16: Abkommen ablehnt aus Gründen der Diversität, also Artenschutz vor allen Dingen, aber auch

00:15:24: das Regenwaldes zwischen den Zahlen wird gemunkelt, dass es wohl tatsächlich an einem Schutz der

00:15:31: französischen Landwirtschaft liegt, vor allen Dingen hier der Rinderzüchter. Also insofern

00:15:37: sind wir da noch nicht ganz am Ende angekommen. Wir hatten ja auch vor einigen Tagen den Besuch des

00:15:44: brasilianischen Präsidenten Lula da Silva in Berlin, der sich zusammen mit Bundeskanzler Scholz

00:15:52: stark gemacht hat für einen Abschluss dieses Mercosur Abkommens. Wie gesagt, das wird schon

00:15:58: sehr lange verhandelt. Es würde über 700 Millionen Menschen betreffen, 20 Prozent der

00:16:05: Weltwirtschaft und 31 Prozent des globalen Waren austauscht. Also es wäre schon ein größeres

00:16:14: Freihandelsabkommen und ich habe ja immer gesagt, dass ich für Freihandelsabkommen bin, weil sie nach

00:16:19: allen Erfahrungen den Wohlstand bei allen Beteiligten stark erhöhen und weil es allemal besser ist,

00:16:28: Freihandel zu treiben und damit Liefernetzwerke aufzubauen, als lediglich zu versuchen, alles

00:16:35: wieder heimzuholen und protektionistische Maßnahmen zu gestalten. Also nochmal, da ist

00:16:41: Freihandel sicherlich das wesentlich bessere Element. So, wir haben zwei Länder, die dagegen sind.

00:16:46: Frankreich hatte ich erwähnt, Argentinien hatte ich erwähnt, in Argentinien ist die Lage,

00:16:51: ich will nicht sagen unübersichtlich, aber es hat doch in der letzten Zeit einige Entscheidungen

00:16:56: gegeben, nicht nur, dass man einen neuen Präsidenten hat, sondern dass man eben ja auch etwas gemäßig

00:17:03: da in die Regierung reingeht, wie ich das schon gesagt hatte und der neue Wirtschaftsminister

00:17:10: Caputo hat den argentinischen Peso doch sehr deutlich abgewertet. Letzte Woche stand man noch

00:17:20: bei 365 Peso für ein Dollar, mittlerweile sind es 800 und man hat gesagt, dass man weiter abwerten

00:17:28: möchte in einer Größenordnung von mindestens 2% oder von rund 2% pro Monat. Also da sieht man,

00:17:35: dass wahrscheinlich der Schatten- oder Schwarzmarkt mit rund 1000 Pesos pro Dollar gar nicht so falsch

00:17:42: liegt und die Frage ist jetzt, wie all diese Maßnahmen dann in die Wirtschaftspolitik hineinpassen.

00:17:50: Es ist zweifellos so, dass die peronistische Regierung in den letzten Jahren und Jahrzehnten

00:17:56: das Land an den Rand des Zusammenbruchs geführt hat. Man ist ja mehrfach pleite gegangen und das

00:18:03: alles aufzuräumen mit einer Inflation von knapp 150% massiven Auslandsschulden einer Wirtschaft,

00:18:11: die am Boden liegt, ist natürlich eine große Herausforderung und diese Abwertung des Argentinischen

00:18:20: Pesos ist sicherlich ein erster Schritt, aber kann eben nur ein erster sein, weitere sind die Ordnung

00:18:29: des Außenhandels, das Inordnungen bringen der Staatsfinanzen. Da liegen Formilai und seiner

00:18:36: Regierung große Aufgaben und ich hoffe, dass man sich in diesem Rahmen dann doch noch entschließen

00:18:43: kann, das Mercusurabkommen abzuschließen, weil es wie gesagt am Ende des Tages über ein Freihandelsabkommen

00:18:49: dann auch Argentinien zu Gute kommen wird. Na ja, auch das also spannender Ausblick. Mal sehen.

00:18:57: Vielen lieben Dank für deine heutigen Einblicke, Uli und herzlichen Dank für deine wertvolle

00:19:02: Unterstützung im vergangenen Jahr. Also ich habe vorhin ja schon gesagt, dass das heute der für

00:19:07: dieses Jahr letzte Podcast ist. Wir machen eine kleine Pause über die Feiertage und den Jahreswechsel,

00:19:11: bevor es Mitte Januar wieder weitergeht. Wir danken allen fürs Einschalten und

00:19:17: Zuhörend und wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch. Bis bald.

00:19:21: Danke auch von mir.

00:19:23: Danke fürs Zuschauen.

Über diesen Podcast

Was sind die aktuell bestimmenden Themen an den Märkten? Dazu stellt sich Dr. Ulrich Stephan alle zwei Wochen den Fragen des Spezialisten für Zins- und Währungsmanagement Sebastian Neckel. Welche Notenbanken sind aktiv, welche sind eher zurückhaltend? Politische Ruhe oder Unruhe? Gehen die Zinsen rauf oder runter? Muss ich als Unternehmer handeln? Intensiv, pragmatisch und auf den Punkt. Wer tagesaktuell in die Märkte sehen möchte, dem sei der tägliche Newsletter „Märkte am Morgen“ empfohlen.

von und mit Deutsche Bank

Abonnieren